Cat Skiing im Kusnezker Alatau Gebirge in Sibirien

15. Dezember 2017 


Cat Skiing Powder Abenteuer Sibirien im Kusnezker Alatau Gebirge

Wer auf der Suche nach einem wirklich einzigartigen Freeskiing Abenteuer ist, der sollte unbedingt eine Cat Skiing Reise ins Kusnezker Alatau Gebirge in Sibirien unternehmen. Fernab jeglichen westlichen Luxus, bieten die Berge des Kusnezker Alatau Gebirges ein Paradies an unberührten und einsamen Powderhängen. Das Kusnezker Alatau Gebirge gehört geographisch zu den Südsibirischen Gebirgen. Die beste Reisezeit ist der November-Dezember, da es danach in der Regel zu kalt zum Freeskiing wird. Wir haben diese Reise Mitte November 2017 gemacht und die Temperaturen lagen bei angenehmen -10 bis -15 Grad Celsius. In dieser Gegend kann es im „Hochwinter“ (Anfang Januar) bis zu -50 Grad Celsius werden.

Wir, das Freeride-Friends Team, folgen unserem Leitbild, Inspire Through Our Adventures. Mit diesem Anspruch versuchen wir euch Freeski- und Snowboard Begeisterten mit unseren außregewöhnlichen Reisen zu inspirieren und Lust auf Abenteuer der etwas anderen Art zu erwecken. Für all diejenigen, die auf jeglichen Luxus im Urlaub nicht verzichten wollen, lasst die Finger von dem  Abenteuer Sibirien.

Cat Skiing in Priiskovy – Kusnezker Alatau Gebirge in Sibirien

Ein Freund von einem unserer Redakteure und dessen Freund kennt einen Freund, der schon mal zum Freeskiing in dem alten Gold-Minen Dorf – Priiskovy – gewesen war. Mehr Informationen hatten wir nicht wirklich und nach etwas längerer Recherche sind wir auf ein altes Krankenhaus (Bolnichka-Resort) in Priiskovy gestoßen, welches Cat Skiing als „Komplettpaket“ anbietet. 10 Leute passen in den fast neuen Cat (Pisten Bulli) rein und somit ist es natürlich am Besten, wenn man direkt 10 Mädels und Jungs zusammen bekommt, dann hat man den Pistenbulli für sich als Gruppe.

An dieser Stelle können wir sagen, das wir dieses Komplettpaket jeder Zeit wieder buchen würden. Der einzige Haken an der ganzen Sache war nur, die Jungs und Mädels dort sprechen und schreiben so gut wie kein Wort Englisch, geschweige Deutsch. Auf deren Webseite – Bolnichka-Resort –  ist zwar alles tip top beschrieben, solltet ihr aber Fragen vorab haben, wundert euch nicht, wenn ihr nur rudimentäre Antworten bekommt.

Es gibt einige Anbieter, welche diese Reise für teuer Geld verkaufen, aber letztendlich geht eh alles über das Resort (wenn man dort wohnt), inklusive der Snowcat und der sehr professionellen Bergführer (Kamchatka Caucasus Heliskiing Team).

Unser Tipp: Spart euch die Buchung über teure Anbieter und nehmt euer Abenteuer selbst in die Hand.

Anreise zur alten Goldminen Stadt Priiskovy und das Krankenhaus

Wie oben beschrieben, fängt das Abenteuer schon bei der Buchung des Freeskiing Trips an. Aber das eigentliche Abenteuer fängt bei der Anreise von Krasnojarsk zu dem einzigartigen Skiing Spot Priiskovy an.

Krasnojarsk liegt ca. 4.100 km östlich von Moskau und beheimatet knapp 1 Millionen Menschen. Damit ist Krasnojarsk die drittgrößte Stadt Russlands, nach Moskau, Nowosibirsk und Omsk (Quelle Wikipedia). Es lohnt sich, bei der Hin- und/oder Rückreise einen Tag und Nacht in der an der Transsibirischen Eisenbahn liegenden Stadt und deren Nachtlebeben zu verbringen und zu feiern. Man kann es im ersten Augenschein nicht sehen, aber es gibt hier ziemlich coole Restaurants, Bars und Kneipen.

Nachdem wir nach ca. 7,5 Std. Flug in Krasnojarsk angekommen sind, wurden wir von dem Shuttel-Service des Bolnichka Resort (kann man bei denen buchen) abgeholt. Es hieß, die Fahrt nach Priiskovy dauert noch mal ca. 3 Stunden, was im Nachgang nicht ganz der Realität entsprach. Der ältere Bus (10 Leute passen da rein) ist mit uns 8 Stunden durch das Sibirischen Niemandsland gefahren. Das alleine kann man schon als Abenteuer abspeichern. Danach ist man definitiv froh, heil im alten Krankenhaus (Bolnichkaresort) angekommen zu sein.

Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und einmal durch das alte und verfallene Dorf Priiskovy (liegt auf ca. 800 m über Null) zu gehen. Die Armut und der Verfall der Hütten (hier wohnen die Einwohner noch immer) ist schwer in Worte zu beschreiben. Armut in dieser Region ist all gegenwärtig und hat uns gezeigt, wie gut es uns aus dem Westen eigentlich geht. Wer das hier mit eigenen Augen erlebt bzw. erleben darf, schaut vielleicht mit einem etwas anderen Blickwinkel auf sein eigenes Leben und relativiert vielleicht das ein oder andere Negative.

Bolnichka Resort – Das alte Krankenhaus

Am Rande des verfallen Ortes Priiskovy lag unsere Unterkunft, das Bolnichka Resort. Ein altes Krankenhaus, was komplett neu aufgebaut bzw. restauriert wurde. Im Vergleich zu all den verfallenen Häusern, war dies definitiv eine Luxus Unterkunft. Das Bolnichka Resort verfügt über diverse Doppelzimmer bzw. Mehrbettzimmer. Kein Komfort, aber ein gutes Bett, sauber und eine Heizung die 24h komplett durchbollert. Die sehr sauberen Sanitäranlagen wie WC & Duschen befinden sich auf dem Flur, also kein westlicher Luxus auf dem eigenen Zimmer.

Im Eingangsbereich ist ein größerer Aufenthaltsraum, wo das Essen (Frühstück und Abendessen) serviert wird und man nach dem Cat-Skiing einfach abhängen kann. Für alle Wellness Fans gibt es eine sehr schöne Sauna sowie ein Jakusie, welches mit Holz und Feuer aufgewärmt wird.

Für die Skisachen (Skischuhe und Klamotten) gibt es einen Trocknungsraum. Ski und Snowboards können vorne im Eingangsbereich untergebracht werden.

Abendprogram: In dem verfallen Goldgräber Ort gibt es nichts,  somit beschränkt sich das Nightlife Programm auf: Essen, Sauna, Wodka, Schlafen.

Cat Skiing in Priiskovy im Kusnezker Alatau Gebirge – Das Freeskiing Abenteuer kann beginnen

Am ersten Morgen gibt es von dem Bergführer immer eine Einweisung. Je nach Erfahrung, wird der Gruppe der Umgang mit einem LVS-Gerät erklärt. Aber, wer solch eine Reise unternimmt, sollte ohnehin schon einige Erfahrung im Umgang mit einem LVS Gerät etc. inne haben. Somit ging es nach einem kurzen Kennenlernen sofort los.

Der ziemlich neue Pistenbulli hat im hinteren beheizten Bereich Platz für 10 Personen. Die „Zufahrt“ zu den ersten Powder Runs dauert ca 45 Minuten. Das Freeskiing-Gebiet, in dem wir unsere Lines während der 5 Tage gezogen haben, waren folgende Gipfel: Semeynaja (1293), Stolovaya (1320), Transvaalskaya (1386), Ivanovskaya (1391) Zaozernaya (1657), Gus (1460), Panfilovskaya (1335).

Im Schnitt haben wir jeden Tag 6-10 Abfahrten machen können, je nach dem wieviel Tiefenmeter wir zurückgelegt hatten. Ein Powder Run hat zwischen 200-550 Tiefenmeter. Somit waren wir immer vor dem Pistenbulli am vereinbarten Pick-Up Platz und nach ca. 10 Minuten Warten wurde man wieder auf den nächsten Hügel kutschiert. Sehr angenehm, das man sich dann während der Auffahrt (15-20 Minuten) aufwärmen und seine Knochen etwas erholen konnte. Super angenehm. In Summe kamen wir pro Tag auf 2.500-3.000 Powder Tiefenmeter.

Struktur und Beschaffenheit des Freeskiing Gelände im Kusnezker Alatau Gebirge

Für all diejenigen, die schon einmal auf Hokkaido (Japan) zum Powdern gewesen waren. Das hier ist von der Beschaffenheit des Geländes und der Bewaldung sehr ähnlich. Die eher runden Gebirgszüge haben eine Gefälle zwischen ca. 15°- 45°. Im Mittel hatten unsere Powder Runs vielleicht ein Gefälle von 30°-35°, wodurch die Lawinengefahr auf ein Minimum reduziert war. Die sanften Hügel sind ähnlich wie in Japan und mit viel Birkenwald bewachsen, was ein cruisen durch Birkenwälder zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen.

Der Powder hier in dem Kusnezker Alatau Gebirge war super trocken (Japan Verhältnisse) und wir hatten die ersten 3 Tage jeden Tag 30-50cm Neuschnee. Das Besondere am Freeskiing in dieser Region ist die komplette Abgeschiedenheit von jeglicher Zivilisation und damit verbunden, das man sich die Powder Abfahrten lediglich mit der Bistenbulli Gruppe teilen muss. Dauergrinsen ist hier vorprogrammiert.

Impressionen Cat Skiing Powder Runs

Hier einfach kommentarlos unsere Skiing Impressionen…Worte braucht es keine mehr.

Unser Fazit des Cat Skiing Trips nach Sibirien

JEDER ZEIT WIEDER!

Powder Dreamland ohne jeglichen westlichen Luxus.

Empfehlung Skiing Equipment für diese Sibirien Reise

Ihr braucht WARME Sachen, ohne die wird dieser Freeskiing Trip zum Horrortrip. Im November kann es bis zu -30 Grad kalt werden und es können hier extrem starke sibirische Winde/Stürme aufkommen. Wir hatten in den ersten 2 Tagen durchweg Schneefall mit extrem starken Wind. Gefühlt war es -25° bis -30° kalt.

Handschuhe: Hestra hat uns DEN wärmsten Handschuh (Fäustling) zum Freeskiing zur Verfügung gestellt. Den Alpine Pro. Zu keine Zeit hatten wir auch nur ansatzweise kalte Finger. Das Teil ist für uns ab jetzt die absolute Referenz für sehr kalte Freeskiing Regionen.

Backcountry Jacke und Hose (Hardshell): Wichtiges Kriterium für uns war eine Hose mit Trägern, die extrem hoch bis an den Brustbereich geht, denn bei 1-2 m fresh Powder will man die Ladungen Schnee nicht in der Hose bekommen. Tetron Bros (eine Japanische Backcountry Marke) hat uns ihre mit Polartec NeoShell entwickelte Teton Bros 2.0 Jacket + Pant zur Verfügung gestellt. Die Kombination aus maximaler Atmungsaktivität , Wasser Dichtigkeit und Bewegungsfreiheit (Stretch) mit dem Polartec NeoShell Material hat uns während unserer Sibirien Reise ziemlich überzeugt.

Isolation (Midlayer) : Unter der Teton Bros Jacke haben wir eine dicke Daunen Jacke von HellyHansen  (Odin Veor Jacket) getragen. Top, damit waren wir vollkommen isoliert.

Baselayer (Oberteil und Hose): Longsleeve aus Merinovolle. Mehr war nicht notwendig, denn die dicke Helly Hansen Daune hat bei diesen eisigen Temperaturen voll ausgereicht.

Safety: Wir hatten die Ehre und durften exklusiv vor dem Verkaufsstart den neuen ABS P.Ride Compact Lawinenrucksack testen. Hier kann schon gesagt werden, das sich beim Tragekomfort, Material und Style vom Rucksack einiges getan hat. Chapeau an das ABS Team. Details hierzu bald mehr in unserem Test. Randnotiz: der neue P.Ride Compact ist jetzt (ab Dezember 2017) im Fachhandel erhältlich.

Wichtige Informationen zu Planung der Sibirien Reise

Russland Visum

Bitte nicht vergessen, bevor ihr die Reise antreten wollt, braucht ihr ein gültiges Visum für Russland. Beantragt das rechtzeitig (kann an der Russischen Botschaft beantragt werden), sonst kommt ihr nicht in das Land des trockenen Powders rein. Ein Visum könnt ihr beim Russischen Konsulat beantragen und kostet 36 EUR. Es gibt auch diverse Anbieter, die euch diese Arbeit abnehmen können, aber da blättert ihr schnell 100-200 EUR für hin.

Wir haben unser Visum bei der Russischen Botschaft in München beantragt. Füllt zuerst das Online-Formular aus und vereinbart dann direkt einen Termin bei der Russischen Botschaft. Nachdem ihr den Termin bei der Botschaft hattet, könnt ihr das Visum nach ca. 1 Woche beim Konsulat wieder abholen.

Um ein gültiges Visum zu beantragen, braucht ihr:

  • ein aktuellen Passbild – Format 3,5×4,5 cm.
  • aktuellen Reisepass
  • Nachweis einer Ausländische Krankenversicherung
  • Einladungsschreiben der Unterkunft (die braucht ihr dringend, sonst kommt ihr bei der Beantragung des Visums nicht weiter)

Adresse Russische Botschaft in München: Maria-Theresia-Straße 17, 81675 München

Flüge nach Krasnojarsk – Sibirien- Russland

Da unsere Redaktion in München sitz, haben wir mit der russischen Airline S7 die beste Verbindung über Moskau nach Krasnojarsk (Russland) bekommen. Je nachdem von wo ihr fliegt, könnt ihr auch mit der „Lufthansa“ aus Russland – Aeroflot – nach Krasnojarsk fliegen. Die Flüge liegen zwischen 400-700 EUR. Das Skigepäck ist frei, muss nur vor dem Flug mit beantragt werden.

Die Mitnahme von einem Lawinenrucksack war kein Problem. Wichtig ist nur, druckt die passende IATA-Tabelle sowie das Datenblatt für die Patrone in der jeweiligen Landessprache aus. Ihr könnt diese bei den Lawinenrucksack-Herstellern auf deren Webseite finden. Bei ABS findet ihr die Tabellen hier!

Kleiner Hinweis: Ein Teilnehmer aus unserer Reisegruppe hatte eine Stahlpatrone in dem Lawinen-Rucksack. Die Einreise nach Russland war kein Problem, aber am Flughafen von Krasnojarsk zurück nach Deutschland musste dieser die Stahlpatrone im Land lassen. Unsere Carbon Kartuschen wurden vom Scanner nicht erkannt und wir konnten problemlos einchecken.

 










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