Everest Trek mit Besteigung des Kala Patthar

13. Februar 2015 


Trekkingtour im Angesicht des Mount Everests – Everest Trek mit Besteigung des Kala Patthar (5550m)

8000 Meter – eine magische Marke. 14 Gipfel auf unserem Planeten ragen über diese Höhe hinaus, allen voran der Mount Everest, mit 8848m der höchste Gipfel der Erde. In Nepal wird er „Sagarmatha“ genannt, was so viel wie „Stirn des Himmels“ bedeutet. In Tibetischen trägt er den Namen „Qomolangma“, was sich mit „Mutter des Universums“ übersetzen lässt. Beides sind passende Beschreibungen für „the Top of the World“. Schon seit langem war es unser Traum diesen sagenumwobenen Gipfel einmal mit eigenen Augen zu sehen.  Aus diesem Grund haben wir uns für eine 13-tägige Trekkingtour zum Mount Everest Base Camp entschieden.  Bereits von Deutschland aus haben wir ein Komplettpaket über die Agentur von Sanjib Adhikari mit Guide und Träger gebucht, bei dem auch die Inlandsflüge nach Lukla, alle Unterkünfte und Verpflegung enthalten waren. So ging es von München über Dubai nach Kathmandu in die Hauptstadt Nepals. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit unserem Guide werden die letzten Details für die bevorstehende Trekkingtour besprochen.


Tag 1: Kathmandu – Lukla –Phakding 7.10.2014 
Am nächsten Morgen geht es bereits um 6 Uhr mit einer 12-Mann Propellermaschine innerhalb von 45 Minuten von Kathmandu zum Gebirgsflughafen Lukla, der aufgrund seiner speziellen Lage auf 2865m und seiner nur 600 Meter kurzen und 12° geneigten Landebahn zu den gefährlichsten Flughäfen der Welt zählt. Lukla ist der Ausgangspunkt für alle Touren im Everest Gebiet und ist nur per Flugzeug, Helikopter oder per 5-Tagesmarsch aus dem Tal heraus erreichbar. So gut wie alles was man hier im Gebirge in den Läden oder den Herbergen kaufen kann, sei es vom Trinkwasser über Lebensmittel bis hin zur Daunenjacke, wurde per Flugzeug eingeflogen und per Träger an den jeweiligen Verkaufsort getragen. In Lukla angekommen geht es zu einer Herberge in der wir unseren Träger Purna kennen lernen. Nachdem letzte Formalitäten geklärt wurden geht es auch schon los. Der heutige kurze Marsch führt ins gut 3 Stunden entfernte Phakding, das auf 2650m liegt. Der Weg dorthin geht durch ein paar kleine Häuseransammlungen hinein ins Tal. Dabei bieten sich bereits schöne Blicke auf den Kongde Ri an dessen Ende. In Phakding angekommen beziehen wir ein Doppelzimmer in einer Lodge und nach einer Stärkung zu Mittag erkunden wir die nähere Umgebung.

Tag 2: Phakding – Namche Bazar 8.10.2014
Im Gegensatz zur einfachen kurzen Wanderung am Vortag geht es heute gleich zur Sache, Ziel ist das gut 800m höher gelegene Namche Bazar. Der Weg dorthin führt durch wunderschöne Rhododendron-Wälder mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Berge. Dabei schlängelt er sich schön durch das Dudhkoshi-Tal und trotz mehreren An- und Abstiegen gewinnt man nicht wirklich an Höhe. Nach Überschreitung einiger Hängebrücken und Durchquerung mehrerer kleinen Siedlungen geht es kurz nach dem Mittagessen in Monjo zur Sache. Obwohl man bereits gut 300Hm hinter sich hat steht nun der knackige 800Hm-Aufstieg nach Namche Bazar an. Dabei passiert man den ersten Lookout-Platz auf den Mount Everest, welcher sich allerdings hinter Wolken versteckt. Dafür zeigen sich vor Allem der Kongde Ri und der Thamserku von ihrer schönsten Seite. Bald danach erreicht man dann Namche Bazar, den Hauptort der Sherpas in der Everest Region. Neben unzähligen Bekleidungs- und Ausrüstungsgeschäften kann man sich hier auch mit Lebensmittel eindecken oder eine der beiden sehr empfehlenswerten Bäckereien besuchen.

Tag 3: Ruhetag 9.10.2014
Nach dem etwas anstrengenderen gestrigen Tag steht heute der erste Akklimatisationstag an. Diesen wollen wir jedoch nicht mit rumsitzen verbringen, sondern nutzen ihn um die ersten Blicke auf den Mount Everest zu erhaschen.  Dazu steigen wir in der Früh ins gut 400m höher gelegene Everest View Hotel auf. Allein der Weg dorthin ist schon die Mühe wert, da man tolle Blicke auf alle umliegenden Gipfel, aber auch einen schönen Tiefblick hinab nach Namche Bazar und in die Täler erhält. Am meisten faszinieren dabei die spitzen Grate des Thamserkus und die wunderschöne Ama Dablam mit ihrem imposanten Hängegletscher, die uns die nächsten beiden Tage begleiten sollte. Am Everest View Hotel genießt man dann vor dieser unglaublichen Kulisse auf der Sonnenterasse mit bestem Blick auf den Mount Everest und den Lhotse einen heißen Tee oder Kaffee. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist in Namche Bazar der Besuch des Sherpa Museums und des Klosters, welchen wir am Nachmittag noch einen Besuch abstatten.

Tag 4: Namche Bazar – Deboche 10.10.2014
Heute geht es ein ganzes Stück dem Everest entgegen, Ziel ist das Örtchen Tengboche.  Noch bevor die ersten Sonnenstrahlen Namche Bazar erreichen machen wir uns auf den Weg, welcher gut 300m unter dem Everest View Hotel vorbei führt. Der lange Marsch verspricht laut unserem Guide unvergessliche Ausblicke auf die ganzen Eisriesen, neben dem Everest und dem Lhotse sind wieder vorallem die Ama Dablam und der Thamserku imposant anzusehen, etwas später gesellen sich auch noch der Cholatse und der Kangtega hinzu, während sich im Hintergrund der Kongde Ri immer weiter entfernt. Bevor es allerdings hinauf nach Tengboche geht, wird nach dem kleinen Örtchen Sanasa ins Tal hinab gestiegen um auf einer weiteren Hängebrücke den Dudh Koshi River zu überqueren. Nun stehen in der prallen Mittagsonne noch gut 600hm Aufstieg an. Hat man Tengboche erreicht sollte man unbedingt das Kloster besuchen, welches das Größte in der gesamten Khumbu-Region ist. Um am nächsten Morgen einen Vorsprung vor den anderen Trekkern zu haben empfiehlt es sich die Nacht im 20 Minuten entfernten Deboche zu verbringen.

Tag 5: Deboche – Dingbuche 11.10.2014
Der heutige Tag führt von Deboche hinauf nach Dingboche. Dabei werden zunächst bei angenehmer Steigung unzählige kleine Dörfer durchquert und man muss sich zwingen den Blick von der wunderschönen Ama Dablam loszureißen. So wird heute auch das erste Mal die 4000 Meter Marke durchbrochen. Da die heutige Strecke allerdings nicht allzu lang ist, kann man sich auch gerne eine etwas längere Pause in der Sonne gönnen und die Aussicht genießen. Der finale Aufstieg aus dem Tal heraus nach Dingboche fällt da nicht mehr groß ins Gewicht. In Dingboche beziehen wir wieder eine tolle Logde mit dem vielversprechenden Namen „Good Luck“. Na wenn das kein Glück bringt. Den Nachmittag verbringt man am besten mit einem längeren Spaziergang um die Ortschaft herum oder hinüber in Richtung Chukung.

Tag 6: Besteigung Nangkar Tsang 12.10.2014
Der zweite Akklimatisationstag steht an. Allerdings verbringt man diesen nicht mit Beine hochlegen, sondern mit der Besteigung des „Hausberges“ von Dingboche, nämlich des ca. 5100m hohen Nangkar Tsang. Der Aufstieg beginnt direkt hinter der Logde, viele Trekker begnügen sich mit einem schönen Aussichtspunkt auf gut 4700m, sollte man sich allerdings fit fühlen und für eine bessere Akklimatisation für die nächsten Tage vorsorgen wollen, empfiehlt es sich bis zum Gipfel aufzusteigen. Hier bekommt man gewöhnlich nicht allzu viel vom Trubel mit, nicht gerade viele Trekker können an diesem Tag die wunderschöne Aussicht von hier oben genießen. Dabei bekommt man von hier oben neben dem Mount Everest und dem Lhotse mit dem Makalu noch einen weiteren 8000-er zu sehen. Auch ist dies ein idealer Platz um die sonst versteckten Gletscherseen der Ama Dablam zu entdecken. Wie heißt es so schön, ein toller Lohn für die ganzen Mühen.

Tag 7: Dingbuche – Lobuche 13.10.2014
Am heutigen Tag erfolgt der Aufstieg ins 4930m hoch gelegene Lobuche, dem vorletzten Örtchen vor dem Everest Base Camp. Nach der guten Akklimatisation vom Vortag läuft es sich heute wie von selbst. Der Weg führt gemütlich hinauf nach Dougla, wo sich der Abzweig ins nahgelegene Gokyo Tal befindet. Direkt nach Dougla folgt ein kleiner aber knackiger Anstieg zum Thokla Pass an welchem unzählige große und kleine Steinfiguren zu finden sind. Laut unserem Guide steht jede davon für einen verunglückten Bergsteiger. Mittlerweile hat es zu schneien angefangen und  dadurch verschlechtern sich auch die Wegbedingungen erheblich. Vor Allem die Träger mit ihrem schlechten Schuhwerk und den großen Lasten haben deutlich zu kämpfen. In Lobuche angekommen liegen bereits gut 20cm Neuschnee und das Wetter verschlimmert sich weiter.

Tag 8: Lobuche – Gorak Sheep 14.10.2014
Nach einer kalten Nacht geht es bei Schneefall auf zum letzten Ort des Tales, das auf 5140m gelegene Gorak Shep ist das Ziel. Eigentlich ist es eine einfache Wanderung über die letzten Ausläufer des Khumbu Gletschers, aber der viele Schnee, die vielen anderen Trekker, der schmale Pfad und die vielen Yaks machen ein schnelles Vorankommen unmöglich. Der Weg ist teils spiegelglatt und wir sind froh um unser gutes Profil an den Bergschuhen und um unsere Wanderstöcke, für die wir von vielen anderen Trekkern neidische Blicke erhaschen. Trotz den widrigen Bedingungen mit zunehmendem Wind und Schneefall erreichen wir gegen Mittag Gorak Shep und beziehen unsere Lodge. Dazu sei allerdings anzumerken das diese Lodge, wie auch laut Aussage anderer Trekker die anderen Lodges, einen sehr schlechten Zustand im Vergleich zu den Lodges in den Orten davor haben. Da sich das Wetter immer weiter verschlechtert und draußen ein wahrer Schneesturm tobt, müssen wir leider die Entscheidung treffen den für den Nachmittag geplanten Marsch zum Mount Everest Base Camp abzublasen. Zu schlecht sind die Bedingungen und die Sicht.

Tag 9: Gorak Sheep – Kala Patthar – Periche 15.10.2014
Nach einer eisigen Nacht und wenig Schlaf werden wir gegen 4 Uhr überraschend von unserem Guide geweckt. Der Sturm hat sich verzogen und der Aufstieg auf den Kala Patthar steht an. In unseren wärmsten Klamotten verlassen wir gegen 4.30 Uhr die Lodge und können unser Glück kaum fassen. Über uns befindet sich keine Wolke mehr am Himmel. So machen wir uns bei -19°C als erste Gruppe aus Gorak Shep an den Gipfelanstieg, und das unter einem wunderschönen Sternenhimmel. Allerdings hat es über Nacht einen guten halben Meter geschneit und erschwert so das Vorankommen. Während unser Guide Bishnu die Spurarbeit leistet folgen uns bereits einige Lichter aus den anderen Lodges. Kurz vor Erreichen des Gipfels wird der Mount Everest dann von den ersten Sonnenstrahlen erhellt und schon kurz danach bekommen auch wir endlich die wärmende Sonne ab.  Nur etwas später ist der zweite Gipfel und der Höhepunkt der Tour erreicht, der 5550m hohe Kala Patthar ist bestiegen. Während dieser Gipfel normalerweise ein sehr einfach Wanderberg ist, hat er uns durch den vielen Schnee doch einiges abverlangt. Umso größer ist die Freude, und die atemberaubende Aussicht lässt alle Mühen vergessen. Wunderschön zeigt sich der Gipfel des Mount Everest hinter der Flanke des Nuptse. Durch den Schnee hat sich die ganze Landschaft komplett verändert und sieht nochmals deutlich eindrucksvoller aus. Zurück in Gorak Shep entscheiden wir uns dann gegen den Besuch des Everest Base Camps, da der Weg dorthin erneut 4 Stunden Schneewühlen und eine weitere Nacht in dieser kalten Lodge mit sich gebracht hätte. Auch müssen wir leider unseren Plan, den Abstieg über das Gokyo Tal anzutreten, verwerfen, da die dazu erforderliche Überquerung des ChoLa Passes aufgrund der Glätte zu gefährlich ist. So machen wir uns an den langen Abstieg hinunter bis nach Periche, vorbei an den zuvor besuchten Ortschaften Lobuche und Dougla. Aufgrund des Schnees und des Traumwetter ist es ein wahres Schaulaufen durch diese wunderschöne Landschaft. Erschöpft erreichen wir kurz vor Anbruch der Nacht unsere Lodge in Periche, welche im Nachhinein die beste der gesamten Tour war.

Tag 10: Periche – Namche Bazar 16.10.2014
Nachdem unser Plan A, der Abstieg durch das Gokyo Tal, aufgrund des Schnees nicht möglich war, mussten wir auch den Plan B, den Marsch nach Chukung und die Besteigung des Chukung Ri (5555m), verwerfen, da dies ebenfalls zu gefährlich gewesen wäre. So stand uns heute erneut ein langer Marsch zurück nach Namche Bazar bevor. Vorbei an vielen kleinen Häuseransammlungen geht es zurück nach Tengboche und weiter den langen Weg bis nach Namche. Auch sagen wir den vielen wunderschönen Bergriesen Lebewohl, diese werden wir bis zum nächsten Besuch leider nur noch auf unseren Bildern bestaunen dürfen. Gegen Abend erreichen wir dann erschöpft unsere Lodge in Namche Bazar und fallen nach einem reichhaltigen Abendessen bald bis Bett.

Tag 11: Namche Bazar – Thamo – Namche Bazar 17.10.2014
Da wir eigentlich wie bereits beschrieben ein paar andere Pläne für den Rückweg hatten und diese nicht erfüllen konnten, schieben wir heute noch einen gemütlichen Erholungstag ein, um uns nicht allzu schnell vom Hochgebirge verabschieden zu müssen. So machen wir uns heute auf  den gut 2 stündigen Weg nach Thamo, wo wir ein altes Nonnenkloster besuchen. Der Weg dorthin führt durch ein schönes Seitental und bietet tolle Blicke auf den Kongde Ri. Das Kloster ist bald erreicht und wir dürfen gegen eine kleine Spende die alten Gebetsräume besichtigen. Auch bekommen wir eine kurze Führung durch das neue Kloster, welches gerade in liebevoller Handarbeit errichtet wird.  Wenn man einen zusätzlichen Tag Zeit hat so sollte man sich diesen Besuch nicht entgehen lassen. In Namche ist es dann an der Zeit in den zahlreichen Shops Souvenirs einzukaufen, vorallem die schönen Mützen aus Yak-Wolle und die schönen Ketten und Armbänder gefallen.  Auch können wir noch dem wöchentlich am Freitag stattfindenden Markt einen Besuch abstatten. Zu diesem Markt treffen sich die Händler aus den umliegenden Tälern und bieten ihre Ware an. Vorallem für die Einheimischen ist dieser Markt enorm wichtig. Bei einem heißen Tee und einigen Leckereien lassen wir den Tag auf der Dachterrasse der Bäckerei ausklingen.


Tag 12: Namche Bazar – Lukla 18.10.2014
Der Letzte Marschtag steht an, der Abstieg nach Lukla. Wie schon an den Tagen zuvor werden auch heute wieder zwei Aufstiegstouren zu einer etwas längeren Abstiegstour kombiniert. So lassen wir Namche Bazar hinter uns und steigen tief ins Tal hinab und erreichen auch bald Phakding. Nach einer Stärkung zu Mittag geht es dann an den letzten Abschnitt und letzten Aufstieg hinauf nach Lukla. In der Lodge verbringen auch noch einige auf der Tour kennengelernte Trekker ihren letzten Tag und so wird es noch ein sehr netter Abend.

Tag 13: Lukla – Kathmandu 19.10.2014
Heute steht nur noch der Rückflug nach Kathmandu an, wobei man allerdings schweren Herzens ins Flugzeug steigt und die Berge hinter sich lässt. Zu schön und abwechslungsreich war die Zeit hier oben.


Fazit:

Die Trekkingtour kann man einfach nur weiterempfehlen. Während dieser knapp 2 Wochen erfährt man Eindrücke die man den Rest seines Lebens nicht vergessen wird. Insgesamt sind auf diesem beschriebenen Trek gut 7500 Höhenmeter und ca. 145 km zurückzulegen. Eine entsprechend hohe Fitness sollte dafür also vorhanden sein um sich nicht von Tag zu Tag quälen zu müssen. Ebenso sollte  man auch ein oder zwei Tage als Puffer mit einplanen falls es zu Schlechtwettereinbrüchen kommt oder man aufgrund der Höhe einen weiteren Ruhetag benötigt.  Auch wenn wir durch den Schnee einige geplante Zusätze nicht erreichen konnten, sind wir rundum zufrieden und können auch mit Sicherheit sagen nicht das Letzte Mal in Nepal gewesen zu sein.  Die Freundlichkeit der Sherpas ist wirklich ansteckend, die Ausblicke auf die ganzen wunderschönen Berge kaum zu beschreiben. Man muss es einfach mit eigenen Augen gesehen und gefühlt haben.










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