Lawinenrucksack Test 2018 Lawinenairbags Vergleich

30. November 2017 
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Lawinenairbag System Vergleich – Unser Lawinenrucksack Test 2018

Lawinenrucksack Test 2018 (Winter Saison 2017/2018) mit dem übersichtlichen Vergleich der unterschiedlichen Lawinenairbag Systeme von ABS, Ortovox, Alptride und Jetforce. Eine Marktübersicht mit allen Vor- und Nachteilen der einzelnen Lawinenrucksack Systeme.

Mit der immer größer werdenden Begeisterung für Skitouren und Freeride, wächst auch das Interesse an der Sicherheit am Berg. Auf dem europäischen Markt gibt es alleine zehn verschiedene Lawinensicherheitssysteme, die in mehr als 150 verschiedene Rucksackmodelle integriert werden können. Immer mehr Hersteller haben in den letzten Jahren versucht, innovative Ansätze auf den Markt zu bringen oder bereits bewährte Systeme mit ihren Rucksäcken zu kombinieren, vor allem das System der Airbag-Pioniere ABS aus Niederbayern wurde über zwei Jahrzehnte häufig übernommen und entwickelte sich so zum Marktführer.

Trotz kompletter Sicherheitsausrüstung wollen Skitourengeher und Freerider immer schneller und leichter unterwegs sein. Und so arbeiteten viele Hersteller an eigenen Systemen und technischen Neuerungen. Der Lawinenrucksack-Markt wächst.

Seit 2014 sind neben den bewährten ABS-Systemen die Lawinensystene von Alpride (sind zum Beispiel in Scott-Rucksäcken integriert) und die elektronischen Systeme von JetForce (werden von BlackDiamond, Pieps und POC verbaut) genutzt. Für die Saison 2016/2017 revolutionierten die Sicherheitsexperten aus dem bayerischen Taufkirchen, Ortovox, mit ihrem eigenen System Avabag den Markt.

Lawinenrucksack Test 2018 – Auf dem Prüfstand

Wir haben uns deshalb für Euch die Systeme von ABS, Ortovox, Alpride und Jetforce angesehen und nach Vor- und Nachteilen geschaut.  Wichtig waren für uns vor allem das Gewicht, denn wer einen traumhaften Tag im Gelände verbringen will, für den zählt jedes Gramm zusätzliches Gewicht und der zur Verfügung stehende Stauraum. Inzwischen bieten alle Hersteller kleine und leichte Lawinenrucksäcke für Tagestouren an, die aber auch deutlich weniger Funktionen haben; daneben gibt es für mehrtägige Touren auch größere Varianten.  Für unseren Vergleich spielen aber auch Funktion, Auslöser und das verwendete Material eine wichtige Rolle.

Lawinenairbag System Alpride

Das Lawinensystem von Alpride setzt auf Bekanntes und hat die Technik zum Aufblasen des Airbags weiterentwickelt: beim Auslösen strömt bei geringerem Druck komprimiertes Gas in zwei Ballons. Allerdings haben die Schweizer Spezialisten das Gasgemisch verändert: die beiden kleinen Kartuschen sind nun mit einem Gemisch aus Argon und Kohlendioxid gefüllt und dürfen im Flugzeug transportiert werden. Gut für Euch: das System, wie es Scott in den beiden AirFree AP mit 24 und 32 Litern, und im Backcountry Guide AP 20 und 30 verbaut, wiegt nur noch leichte 1130 Gramm (inklusive Patrone) und bietet im Rucksack mehr Platz für ausgiebige Ausflüge.

Lawinenrucksack Test 2018

Der Auslösegriff ist verstaubar und in den Schulterriemen integriert und dadurch schnell und einfach erreichbar, eine versehentliches Auslösen wird so unmöglich. Alu-Sicherheitsschnallen an Brust und Hüfte, in Kombination mit der Beinschlaufe sollen absolute Sicherheit garantieren. Die Airbags mit einem Volumen von 150 Litern sind in zwei Gewebelagen verstaut und in drei Sekunden aufgeblasen.

Das Revolutionäre auf einen Punkt: leicht, sicher und reisefreundlich.

 

Lawinenairbag System Avabag von Ortovox

Die Taufkirchner integrierten lange Jahre die erfolgreichen Lawinenairbag-Systeme von ABS in ihre Rucksäcke. Seit der Saison 2016/2017 gibt es mit dem Ortovox Avabag ein eigenes Sicherheitssystem, das in den Modellen Freerider und Ascent verfügbar ist.

Auf einen Blick: äußerst leicht, einfach in der Bedienung in einer Airbag Einheit und sicher.

Die Funktion ist so einfach wie durchdacht und auch bei Konkurrenzprodukten zu finden: durch einen kräftigen Zug am Auslöser wird eine mit Stickstoff gefüllte Kartusche durchstoßen. Durch den Druck der Kartusche und das Ansaugen der Umgebungsluft füllen sich die Airbags innerhalb von drei Sekunden.

Die Vorteile des mechanischen Systems: mit ausgebauter Kartusche könnt ihr in verschiedenen Testübungen für den Ernstfall trainieren. Außerdem ist das Airbagsystem unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen wie Korrosion oder Vereisung.

Der abgerundete Hebel erlaubt auch mit Handschuhen einen festen Griff, die Airbaghülle wurde verschweißt und weist deshalb keine Nähte auf und ist so reißfester. Mit 690 Gramm ist der Avabag ein absolutes Leichtgewicht, mit 1,8 Litern ist es sehr klein und die Möglichkeit der Übungsauslösungen überzeugt uns in Punkto Sicherheit. Zu Recht wurde das System mit dem ISPO AWARD PRODUCT OF THE YEAR 2016/2017 verliehen. Allerdings haben so viele Funktionen auch ihren stolzen Preis.

Lawinenrucksack Test 2018 – Das Lawinenairbag System P.Ride von ABS

Erfahrung zahlt sich aus. Lange Jahre waren die Pioniere der Lawinenairbagsysteme aus Niederbayern auch die unangefochtene Spitze im Segment. Ihren Erfahrungsreichtum haben die Niederbayern genutzt und eine neue Funktion entwickelt: die hochintelligente P.Ride Airbag-Auslösung per Funk (Partnerauslösung), die auch noch einfach bedient werden kann.

Doch zuerst zu den Essentials: Alle ABS-Lawinenrucksäcke bestehen aus einer Base-Unit, dem Tragesystem mit der kompletten Auslösetechnik. Auf diese Base-Unit lassen sich die Zip-Ons von ABS oder die Modelle der zertifizierten ABS-Partner aufsetzen. Klarer Vorteil für den Nutzer: für jedes Vorhaben, egal ob Feierabendrunde oder Alpenquerung, gibt es den passenden Lawinenairbag-Rucksack. Nach dem Motto „Zwei Airbags sind besser als einer“ will ABS mit dem TwinBag-System tatsächlich für doppelte Sicherheit sorgen: wird beim Lawinenabgang ein Airbag zerstört, springt ein zweiter ein. Die Twinbags sind seitlich angebracht und bringen das Lawinenopfer im Ernstfall in eine flache Position.

Lawinenrucksack Test 2018Wer auf Kameradenrettung setzt, der ist mit dem P.Ride-System gut bedient: als einziger Hersteller bieten die Spezialisten von ABS eine Lawinenairbag-Auslösung per Funk an. Studien haben nämlich gezeigt, dass im Ernstfall bis zu 20 Prozent der Airbags nicht aus-gelöst werden, der fehlende Zugang zum Griff ist die Hauptursache dafür. Das P.Ride-System reduziert dieses Sicherheitsproblem durch Funkauslösung bei eigener Verschüttung und von Begleitern in einer Gruppe.  Der Akku für den Funk hält bis zu 30 Tage.

Wir haben das P.Ride System letzten Winter 2016/2017 getestet und hierzu auch ein Testvideo gedreht:

Weitere Tests zum richtigen Falten eines Lawinenrucksacks findet ihr auf unseren YouTube Channel. Schaut mal rein!

Lawinenrucksack Test 2018 – Das Jetforce Lawinenairbag System von  Pieps

Das Lawinenairbag-System von Jetforce wurde bei Markteintritt als Gamechanger betitelt. Für das Düsengebläse, das die Luft aus der Atmosphäre verwendet, haben die Backcountry-Spezialisten von Black Diamond und die Lawinensicherheitsentwickler von Pieps zusammengearbeitet. Was überzeugt: der Airbag mit Luftturbine lässt sich beliebig oft auslösen, der Auslöser mit Dioden Anzeige ist leicht zu bedienen und sitzt am Schulterriemen. Das Jetforce-System ist fest installiert, die Airbags aus reißfestem Material, reisefreundliche und aufladbare Lithium-Polymer-Akku und automatische Selbstdiagnose-LEDs. Die integrierte Pieps-Elektronik führt bei jeder Inbetriebnahme eine Überprüfung des Systems durch. Im Ernstfall wird über einen kräftigen Zug am Griff der 200 Liter große Airbag aufgeblasen. Nach drei Minuten entweicht die Luft und schafft so unter dem Schnee einen Hohlraum zum Atmen.
Ganz klar, der Jetforce-Lawinenairbag-Rucksack erfüllt höchste Ansprüche ohne Kompromisse, ist mit 3500 Gramm aber deutlich schwerer als Konkurrenzprodukte.

Lawinenrucksack Test 2018

Warnhinweis: Beachtet bitte beim Ausflug ins unverspurte Gelände: ein Lawinenrucksack ist lediglich eine sinnvolle Ergänzung eurer Sicherheitsausrüstung und ersetzt keine Ausbildung und sicheren Umgang mit LVS, Schaufel und Sonde.

Fazit unseres Lawinenrucksack Test 2018 (Wintersaison 2017/2018)

Niemals ohne, ist unser Kredo. Wenn ihr regelmäßig abseits der gesicherten Pisten zum Freeriden oder Skitouren Gehen unterwegs sein, raten wir das Tragen eines Lawinenrucksacks. Der Markt für die kommende Winter Saison 2017/2018 bietet diverse Systeme (jedes mit seinen Vor- und Nachteilen) mit den unterschiedlichsten Rucksack Systemen. Der Pionier in der Branche – ABS – hat mit seinem P.Ride System eine neue Kerbe in das Thema Digitalisierung und deren Nutzungsmöglichkeiten im Freeride Sport aufgenommen und sehr gut umgesetzt. Wir sind gespannt, was da noch alles kommen wird.

Wir wünschen euch eine sichere und schneereiche Freeskiing Saison 2017/2018.










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