Millet Neo 30 ARS Lawinenrucksack Test

28. September 2016 


Millet Lawinenrucksack Neo 30 ARS im Test

Die Marke Millet ist im Bereich Freetouring bzw. Mountaineering als Premium Marke in Frankreich sehr etabliert. Beim Thema Lawinensicherheit, sprich Lawinenrucksack, sieht man die Millet Rucksäcke im deutschsprachigen Alpenraum noch recht selten. Die Platzhirsche im Lawinenrucksack Segment sind nach wie vor ABS und Ortovox. Liegt es am Produkt als solches, das man uns Freeskier recht selten mit einem Millet Lawinenrucksack im Gelände sichtet, oder schlicht weg das wir uns als Konsumenten auf die Platzhirsche fokussieren? Grund genug, den Millet Neo 30 ARS genauer unter die Lupe zu nehmen.

Millet Neo 30 ARS – Das sagt der Hersteller

Auf der Suche nach einem innovativen Lawinenairbag System ist Millet auf die recht neue schweizer Firma Alpride gestoßen und eine Kooperation eingegangen. Produktmanager Antoine für Rucksäcke bei Millet sagt hierzu folgendes: „Als wir uns den Markt genauer angeschaut haben, sind wir auf eine relativ neue Schweizer Marke gestoßen, mit der wir eine Partnerschaft eingegangen sind: Alpride. Dieser High-Performance-Airbag ist innovativ und hat eine einfache, rein mechanische Funktionsweise: Die Feder arbeitet mit Druck, sodass der Auslösegriff sicher funktioniert.”

Haupausstattungsmerkmale des Neo 30 ARS sind:

  • Lawinen-Sicherheitssystem: eingebauter Alpride AirBag
  • Rescue Pocket™ für Schaufel und Sonde
  • Diagonale Skihalterung an der Front, Snowboard-Halterung, Quick Axe™-Eispickelhalterung, Kompressionsriemen, Transfer-Riemen
  • Tasche für das Trinksystem, Innentasche mit Reißverschluss + Schlüsselring, Stretch-Tasche außen mit Reißverschluss, Gürteltasche
  • Brustgurt, Hüftgurt mit Metallschnalle
  • 30l Volumen
  • 2,5 Kg Gewicht
  • 48 cm Höhe

Millet Neo 30 ARS – Unser Testbericht

Das Erste, was sofort auffällt, ist die kompakte Form des Lawinenrucksack. Der Millet Neo baut kaum auf und lässt ihn somit sehr leicht und kompakt aussehen. Mit seinen 2,5 kg gehört dieser Lawinenrucksack definitiv zu einem der leichtesten auf dem Markt. Im Vergleich, der ABS Vario Base Unit wiegt 2,7 kg und hat mit dem Zip-on 32 ein Fassungsvolumen von 32L.

Der Millet neo 30 ARS eignet sich hervorragend für klassische Skitouren aber auch auf Freetouring/Mountaineering Touren, wo man Kletter bzw. Abseilpassagen meistern muß. Und hier liegen ganz klar die Stärken dieses Lawinenrucksacks. Die Diagonal Ski-Halterung hat Millet super einfach aber extrem wirkungsvoll entwickelt und am Rucksack umgesetzt. Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich der Touren- oder Freeride Ski an der Befestigung fiixieren, ohne vorher noch aufwendige Halterungen anbringen zu müssen. Ein weiteres großes Plus ist das gummierte Material im Bereich der diagonalen Skiauflage. Die scharfen Skikanten liegen auf der gummierten Rucksackoberfläche und können somit den Rucksack-Stoff nicht zerschneiden.

Die Rückenseite des Millet ist mit sechs einzelnen Polstern versehen, um eine gute Luftzirkulation am Rücken zu gewährleisten. Das atmungsaktive Polstermaterial (Ariaprene) nimmt die Feuchtigkeit nicht wie ein Schwamm auf, somit bleibt der Rücken bei schweißtreibenden Skitour-Aufstiegen relativ trocken. Schön gelöst. Die Schultergurte sind ergonomisch dem Rucksack angepasst und lassen sich gut an die jeweilige Schulteranatomie anpassen. Gut gelöst ist auch die Verstellbarkeit des oberen Schultergurtes, welcher in drei Höhen verstellbar ist und aufgrund der Aussparungen am Schultergurt nicht verrutschen können, was bei anderen Systemen häufig der Fall ist.

 

Die Verstaumöglichkeiten beim Neo 30 sind in zwei Fächern aufgeteilt. Das obere Fach ist für das Safety Equipment gedacht, wo Lawinenschaufel und Sonde ihren Platz finden. In dem großen Hauptfach ist das System für die Kartuschen platziert. Hier ist dann noch genügend Platz, um Wechselsachen für eine Tages-Skitour mitnehmen zu können.

Das Alpride Airbag-System ist ein mechanisches System, sprich die Feder arbeitet mit Druck, so dass der Auslösegriff immer sicher funktioniert. Wichtig bei diesem System ist, das der rote Punkt  am „Reload-Mechanismus“ nicht zu sehen ist, sonst kann der Aibag beim Ziehen des Griffs nicht auslösen! Ist er zu erkennen, muss mit Hilfe des mitgelieferten Reload-Werkzeug (Flügelschraube) die Feder wieder gespannt werden, sprich die Schraube solange drehen bis der rote Punkt nicht mehr sichtbar ist. Danach können die beiden vollen Patronen  (eine 26g Argon-Paatrone + eine 60g CO2-Paatrone) eingesetzt werden. Jetzt ist der Rucksack „scharf“ gestellt.

Eine genaue und gut verständliche Gebrauchsanleitung ist aber auch im Lieferumfang dabei.

Fazit Millet Neo 30 ARS Lawinenrucksack

Wir waren ziemlich angetan von dem minimalistischen Millet Lawinenrucksack. Keine umständlichen und nutzlosen Gadget, sondern sinnvolle Features, die einem bei der Skitour aber vor allem bei Mountaineering Touren mit Klettereinlagen sehr nützlich sind. Durch das schlanke Design und das geringe Gewicht, ist der Neo 30 selbst bei langen Tagestouren kein Hindernis auf dem Rücken. Eine echte Alternative zu den bisherigen Platzhirschen in diesem Segment.

Well done Millet!










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