MTB Federgabel Einstellen Tipps

27. Juni 2016 


MTB Federgabel und Dämpfer richtig einstellen – Tipps für das richtige Set-Up

Selbst die beste MTB Federgabel und Dämpfer bringt nichts, wenn das Set-Up völlig daneben ist! Nur ein perfekt eingestelltes Fahrwerk bietet die Basis für effizientes, schnelles und vor allem sicheres Biken. Um das perfekte Set-Up zu ermitteln bedarf es nicht unbedingt eines Fahrwerks-Profis, die rudimentären Einstellarbeiten können die meisten Biker auch selbst vornehmen. Wir zeigen worauf geachtet werden muss!

Grundsätzliches zum Mountainbike Fahrwerk

Was macht ein perfekt arbeitendes Mountainbike Fahrwerk aus? Das Fahrwerk muss als Hilfsmittel gesehen werden, dass dem Mountainbiker viel Arbeit abnimmt. Stöße vom Untergrund muss das Fahrwerk ebenso eliminieren wie eine verpatzte Landung nach einem Jump. Obwohl das Fahrwerk sensibel ansprechen muss, darf das Bike nicht zur schaukelnden Sänfte werden. Das Fahrwerk ist perfekt eingestellt, wenn die Reifen auch bei leichten Stößen den Bodenkontakt nicht verlieren, andererseits sollte das Fahrwerk dennoch straff sein und ein definiertes Fahrgefühl vermitteln. Für die Front ist die MTB Federgabel verantwortlich, der Dämpfer sorgt für die Zähmung des Hinterbaus. Nur das ausgewogene Zusammenspiel beider Komponenten ergibt ein homogenes Fahrverhalten.

Fahrwerks Set-Up: Ohne Theorie geht’s leider nicht!

Grundsätzlich kommen bei den Federelementen zwei Federungs-Typen zum Einsatz: Spiralfeder (Coil) oder Luft (Air). Besonders einfach gestaltet sich das Einstellen der Federhärte bei einem Luftdämpfer bzw. einer Air-Federgabel. Mittels einer Dämpferpumpe kann die Federhärte sehr schnell und unkompliziert angepasst werden. Bei einem Coil Dämpfer bzw. einer Coil Federgabel wird dagegen ein Wechseln der Feder(n) notwendig. Für die Dämpfung selber kommt unabhängig vom Federungs-Typ in den meisten Fällen Öl zum Einsatz.

Als Negativfederweg (SAG) wird der Federweg bezeichnet, der vom Fahrer beim Aufsitzen genutzt wird, ohne dass hierbei Aktionen auf dem Rad stattfinden. Der Negativfederweg gewährleistet, dass leichte Unebenheiten im Gelände vom Federelement ohne großes Losbrechmoment eliminiert werden können. Das Mountainbike gleitet somit quasi über welliges Terrain wie Wurzelpassagen – und das bei völligem Kontakt der Reifen zum Untergrund. Abhängig vom Einsatzbereich variiert der SAG, im Bereich MTB Cross-Country wird weniger Negativfederweg benötigt und eingestellt als beispielsweise beim Freeriden oder Downhill.

Auf den ersten Blick sind an den MTB Federelemente immer zwei Einstellmöglichkeiten ersichtlich: Rebound (Zugstufendämpfung) und Compression (Druckstufendämpfung). Die Zugstufendämpfung ist für die Ausfederbewegung bzw. Ausfedergeschwindigkeit verantwortlich. Eine zu schnelle Ausfedergeschwindigkeit lässt das Mountainbike unkontrolliert springen, eine zu langsame gibt den Federweg nicht schnell genug frei. Die Einfederbewegung bzw. Einfedergeschwindigkeit wird durch die Druckstufendämpfung gesteuert.

MTB Federgabel und Dämpfer einstellen

Das Wichtigste vorweg: Das perfekte Set-Up muss letztendlich beim Fahren auf der Strecke ermittelt werden! Vorab erfolgt nur eine Grundeinstellung, die dann in der Praxis weiter angepasst werden muss. Für den Praxistest sollte eine bekannte Strecke genutzt werden, damit der Mountainbiker sich komplett auf das Fahrwerk konzentrieren kann. Benötigt wird auf jeden Fall eine Dämpferpumpe sowie Kabelbinder zur Ermittlung des SAG. Als erstes muss die Federhärte dem Fahrergewicht angepasst werden, abhängig vom Federungs-Typ mit dem Erhöhen bzw. Absenken des Luftdrucks oder – beim Coil Federelement – der Wahl einer anderen Feder. Der Negativfederweg sollte je nach Einsatzbereich zwischen 20% und 30% liegen.

Der nächste Schritt ist das Einstellen der Zugstufendämpfung. Auf den Federelementen ist dies mit der Bezeichnung Rebound angegeben, das + Zeichen bedeutet hierbei mehr Dämpfung, also eine langsamere Ausfedergeschwindigkeit. Die Einstellung ist so zu wählen, dass nach dem Einfedern der Ausfedervorgang nicht schlagartig und ungebremst geschieht. Zum Testen die Front bzw. das Heck im Stand belasten und danach schnell loslassen. Federt die Front bzw. das Heck zu langsam aus, muss am zuständigen Federelement den Einstellknopf in Richtung – gedreht werden, ansonsten in Richtung +.  Wichtig ist, dass die Front und das Heck harmonisch Ein- und Ausfedern.

Eine hochwertige MTB Federgabel und Dämpfer verfügen zudem über eine externe Einstellung der Druckstufendämpfung, die oftmals auch als Plattformdämpfung bezeichnet wird. Die Einstellung ist allerdings kompliziert und bedarf einiger Erfahrung. High-End Federelemente trennen die Druckstufendämpfung zudem in Low-Speed und High-Speed Dämpfung. Ebenfalls großen Einfluss auf das Fahrverhalten des Bikes hat der Reifendruck. Dieser muss ebenso den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen angepasst werden, um ein Maximum aus dem Bike zu holen. Die Abstimmung mit Reifendruck ist zweifelsohne die einfachste Art des Tunings!





Vorheriger Artikel
Mountainbike Knieprotektoren 2016
Nächster Artikel
MTB Helm Kaufberatung





Mehr Artikel
Mountainbike Knieprotektoren 2016 Enduro Knieprotektoren Die aktuellen 2016 TOP Modelle im Vergleich Waren Mountainbike Knieprotektoren früher lediglich...