Open Faces Freeride Series im Montafon

3. Februar 2015 


Vom 06. bis 08. März 2015 macht die Open Faces Freeride Series Halt in der Silvretta Montafon.

Freerider kämpfen auf der Abfahrt von der Heimspitze mit spektakulären Lines um Punkte für die Qualifikation der Freeride World Tour 2016. Events wie diese sind nur ein Grund, weshalb Powderfans aus aller Welt ins Montafon kommen. Auch Daniel Hug (30) begeistern die Variantenabfahrten im sportlichsten Skigebiet. Doch der gebürtige Schwarzwälder ist nicht nur leidenschaftlicher Freerider. Als Diplom Geograph hat er sich unter anderem auf die Themen Alpine Naturgefahren, Klimatologie und Glaziologie spezialisiert. Er arbeitet seit 2012 im Freeride Center und bringt sein Wissen hier ein. Dieses Angebot untermauert den Status des Gebiets als Freeride Hotspot Nummer 1. Im Gespräch erzählt Hug von perfekten Lines, Spaß und den zwei Aspekten, die immer im Zentrum stehen sollten: Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Herr Hug, ist die Zahl der Freerider in der Silvretta Montafon in den letzten Jahren gestiegen?

In den letzten Jahren hat die Zahl merklich zugenommen. Das Freeriden hier macht einfach vielen Leuten richtig viel Spaß! Und sie kommen von überall her. Gerade ist eine Gruppe aus Helsinki für ein paar Wochen da. Für die Insider-Tipps aus dem Freeride Center gab‘s sogar schon eine Flasche original finnischen Wodka.

Kommen denn nur junge Leute zum Powdern?

Vor kurzem kam ein Paar vorbei, das ich so auf Anfang fünfzig schätzen würde. Sie haben sich über Powderabfahrten informiert und den „Freeride Guide“ gekauft. Also nicht nur Jungspunde stecken bei uns im lässigen Freeride-Outfit und pfeifen die Runs hinunter.

Für welche Auskünfte besuchen die Leute das Freeride Center in erster Linie?

Unsere Auskünfte sind sehr vielfältig. Von Infos über die aktuelle Lawinen-, Schnee- und Wettersituation bis zur Buchung unserer Freeride-Bergerlebnisse, etwa des Freeride Safety Checks. Vor allem greifen Kunden auf unser Wissen über die vielen Freeride-Routen zurück.

Nicht nur denjenigen, die zum ersten Mal im Gebiet sind, sondern auch Locals können wir Tipps geben, welche Abfahrten bei den aktuellen Bedingungen und bei der Erfahrung des jeweiligen Freeriders zu empfehlen sind. Und wer seine Notfallausrüstung zu Hause vergessen hat, der kann bei uns eine ausleihen.

 

Gibt es denn auch Stammgäste im Freeride Center?

Klar, man sieht oft bekannte Gesichter. Ein Stammgast ist ein Lokführer aus der Region. Er ist mehrmals in der Woche hier und erkundigt sich immer über die Wetter- und Lawinenlage.

Weshalb ist das Freeride Center Ihrer Meinung nach so wichtig?

Mir geht es um eine sichere, sinnvolle und nachhaltige Lenkung der steigenden Anzahl an Freeridern. Jeder sollte bei diesem tollen Sport Spaß haben. Dazu gehört auch aufzuzeigen, dass man für Touren abseits der Piste das notwenige Wissen etwa über Lawinenkunde braucht. Leider hat man gelegentlich das Gefühl, dass manche Tiefschneeaspiranten die Notfallausrüstung mit zusätzlichen Sicherheitsreserven verwechseln. Wir geben gerne Tipps zu Routenwahl, Lawinenkunde, Hangbeurteilung bis hin zum Verhalten in Notsituationen.

Sie hatten auch eine nachhaltige Lenkung angesprochen. Was meinen Sie damit?

Neben der Sicherheit darf der nachhaltige Umgang mit der Natur nicht in Vergessenheit geraten. Schließlich sind wir alle nicht nur wegen des Skifahrens hier. Wen freut nicht der Anblick eines Steinbocks auf dem Hochjoch oder einer Gams auf der Versettlaspitze? Daher muss jeder Rücksicht auf das Ökosystem nehmen. Das Fahren durch Wildschutzgebiete etwa ist verboten und jeder sollte die Regeln einhalten. Die Aufgabe unseres Centers sehe ich auch darin, Freerider für ein naturverträgliches Handeln zu sensibilisieren. Immerhin ist die Silvretta Montafon bemüht, Vorreiter bei naturverträglichem Skifahren zu sein.

Mehrfach ist das Wort Sicherheit gefallen: Sind Sie selbst mal in eine Lawine geraten?

Gott sei Dank nicht. So schön der Winter ist: Für mich ist Schnee im Gebirge wie ein Wolf im Schafspelz – und dieser macht auch vor Experten nicht Halt. Daher: immer alle Sinne schärfen, sich defensiv verhalten und bei Bedenken die Kraft aufbringen und umdrehen.

Ist Ihnen ein Erlebnis in Ihrer Arbeit im Freeride Center besonders in Erinnerung geblieben?

Da gab es diesen Powder-Alarm-Tag. Ich sehe das Gesicht meines Kollegen vor mir: Bart und Augenbrauen voll feiner Schneekristalle, gezeichnet von endlosen Powder-Faceshots. Und ich, hinter der Scheibe, im Freeride Center, beim Arbeiten. Das war hart (lacht).

Welche ist Ihre Lieblingsabfahrt in der Silvretta Montafon?

Spontan denke ich an die Abfahrt von der Madrisella. Schon der Aufstieg über die Versettlaspitze bietet ein Wahnsinns-Rundum-Panorama. Eine Brotzeit auf dem Gipfel, belegt mit der Vorfreude auf die baldige Abfahrt ins Nova Tal – mehr braucht‘s nicht.

Was macht in Ihren Augen die Silvretta Montafon als Freeride-Destination so attraktiv?

Es ist die Vielfalt, die mich begeistert. Die Liftanlagen erstrecken sich über einen so großen Bereich, dass man mit dem notwendigen Wissen bei entsprechenden Bedingungen immer eine unverspurte Line findet. Hinzu kommt das Freeride Center. Ich denke, es ist eine sehr nützliche Anlaufstelle – gerade, wenn man noch nie hier unterwegs war.

 

Quelle: Silvretta Montafon Bergbahnen AG










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