Testbericht POC Spine VPD 2.0

17. August 2013  Von Sven Erger


Freeride, Enduro, Downhill. Das alles sind momentan Schlagworte, wenn es um´s Mountainbiken geht.

Unsere Drahtesel werden mit immer mehr Technik und vor allem mehr Federweg ausgestattet, wodurch die Grenze des Machbaren immer weiter nach oben verschoben wird. Auch für uns Hobby MTBler. Und damit verbunden, steigt das Verletzungsrisiko um ein Vielfaches, wenn man nicht die richtige Technik, sowie das richtige Schutz Equipment(Protektion) besitzt. Die schwerwiegensten Verletzungen zieht man sich im Brust, Rückenund Kopfbereich beim Downhillen zu. Und gerade für diesen Körperbereich haben die Hersteller in den letzten Jahre immer mehr geforscht und entwickelt. Ein klarer Trend zeigt sich aus unserer Sicht hier ab: Die Materialien werden immer leichter und elastischer, um einen angenehmen Tragekompfort (Bewegungsfreiheit) Rechnung zu tragen. Aber gleichzeitig werden die Materialien immer „intelligenter“, was sich in einer verbessertenDämpfungseigenschaft wieder spiegelt.

 

Aufgrund meiner extrem positiven Erfahrung mit meinem Full Face Helm von POC (Cortex DH), habe ich bei POC angefragt, um die Spine VPD 2.0 Jacket mal am Gardasee zu testen.

 

Ich persönlich habe mir letztes Jahr die Spine VPD Tee von POC gekauft, mit der ich voll zufrieden bin für den Einsatz im Bikepark. Aber, wenn ich mal zum richtigen Freeriden in die Bergen gehen möchte, sprich Auffahrt ohne Liftunterstützung und heftigen, verblockten Downhill, dann wünsche ich mir etwas leichteres als die sperrige Spine VPD Tee. Und hier sehe ich den Einsatz der Spine VPD 2.0 Jacket.

 

Was bietet die neue VPD 2.0 Technologie von POC?

Laut Hersteller bietet die neue Technologie verbesserte Dämpfungseigenschaft, gepaart mit einer wesentlich besseren (im Vergleich zur ersten Generation) Bewegungsfreiheit. Das neue Material ist zudem wesentlich kälteresistenter und verfügt über eine erhöhteReißfestigkeit. Das neue VPD Material ist so konzipiert, das der Schutzgrad nicht nur für einen starken Sturz hält, sonder den gesamten Lebenszyklus dieser Protektor Jacke. Zudem ist die Rückenpartie zusätzlich mit einer Polymer Mischung verstärkt, was die Wirbelsäuöe zusätzlich schützen soll.


Der Praxistest am Lago di Garda:

Es ist August, 28 Grad Celsius zeigt das Termometer schon früh Morgens um 06:00. Ich mache den Praxistest am Monte Brione, kurzer Aufstieg (ca. 300 hm), mit einem klasse Speed Single Trail an der Nord/West Seite. Die Spine Jacket rolle ich so zusammen, das ich sie in meinen Bike Rucksack rein bekomme. Hier zeigt sich schon, wie praktisch das weiche Protektormaterial ist.

Die Protektor Jacke lässt sich super anziehen, denn aufgrund des elastischen Mesh Gewebes, kommt man super da rein. Nach ein paar Minuten tragen merkt man die Jacke gar nicht mehr. Ein super angenehmes Tragefühl stellt sich ein. Überhaupt kein Vergleich zurSpine VPD Tee Jacke, die man die ganze Zeit über auf dem Körper spürt.

Der Reißverschluß an der Vorderseite ist so angeordnet, das er dem Brustprotektor nicht in die Quere kommt. Sprich, er verläuft seitlich nach unten. Gut gelöst.

Durch den breiten Hüftgurt ist die Jacke und hier vor allem der Rückenprotektor, super fest fixiert. Selbst beim Durchrütteln am Brione rutsch hier nichts und man hat zu jeder Zeit das Gefühl, das der Protektor an der richtigen Stelle sitzt.

Die integrierten Ellbogen Protektoren sind bis auf den oberen, nicht vorhanden Klettverschluss, identisch mit den Ellbogen Protektoren Joint VPD 2.0 Elbow. Und hier liegt das Manko der Jacket aus meiner Sicht. Ich bin glücklicherweise nicht gestürtzt, aber bei einem heftigen Sturz wird sich der Ellbogen Protektor nach oben schieben. Mit lediglich einem Klettverschluß unten wird der bei einem Sturz nicht an seiner Position bleiben. Ich würde mir wünschen, das POC wie andere Hersteller (z.B. SixSixOne) Schlaufen im Handbereich einarbeiten. Dann rutsch nichts mehr.

 

Fazit:

Viel Geld für viel Sicherheit, ist mein Resultat.

Die Spine VPD 2.0 kostet zwar ziemlich viel Geld (UVP 350 EUR), bietet aber einen extremhohen Sicherheitsstandard bei maximalem Tragekomfort. Aufgrund des elastischen Mesh Materials, fühlt sich die Jacke wie eine zweite Haut an. Mit den herausnehmbaren Rücken-und Brustprotektoren, kann man die Jacke auch problemlos waschen und man stinkt nicht mehr wie ein Puma nach ein paar Ausfahrten.


Key Facts:

Ausstattung: Einsatzbereich: Material & Verarbeitung: Funktion: Tragekomfort: Fazit:
Herausnehmbarer Brust- und Rücken Protektor, Schulter und Ellbogen Protektion, Größen: S, M, L Downhill, Enduro, Freeride VPD 2.0 Technologie, robust und dehnbares Mesh Gewebes 2 1 2


Die Bewertung erfolgt nach dem Schulnotenprinzip (1=sehr gut bis 6=ungenügend)










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