Wandern im Tannheimer Tal im Allgäu

22. April 2014  Von Sven Erger


Über den Ostgrat auf den Einstein

Der Einstein ist einer der am meisten besuchten Gipfel im Tannheimer Tal. Der Normalanstieg erfolgt über den bereits früh im Jahr aperen Südhang. Will man es allerdings etwas ruhiger und abwechslungsreicher haben, so bietet sich der interessante, aber auch weglose Aufstieg über den schönen Ostgrat an.

Startpunkt der Tour ist am Wanderparkplatz vor dem Tannheimer Ortsteil Berg. Vom Parkplatz aus kann man bereits den gesamten Tourverlauf schön einsehen. Durch das Örtchen Berg hindurch geht’s am Gasthaus Schäferhütte rechts auf den Gräner Höhenweg. Das nächste Ziel ist die tiefste Einschartung am Grat neben dem Rappenschrofen. Da kein gekennzeichneter Weg dorthin führt, sollte man nach dem Wasserhäuschen am Gräner Höhenweg nach links in die Grasflanke ansteigen. Dabei sollte man beachten dass man nicht in die Wildfütterungszone gelangt. Mit etwas Orientierungssinn gelangt man dann über eine etwas steilere Flanke in die Einschartung, in der sich ein zerfallener Jägerstand befindet. Nun geht es nach rechts auf den Rappenschrofen, entweder in leichter Kletterei direkt am Kamm oder in die linke Flanke ausweichend. Der Fels ist leider nicht allzu fest. Vom Rappenschrofen hat man trotz der geringen Höhe eine schöne Aussicht.

Weiter geht es zurück zum Jägerstand und auf dem breiten Kamm weiter in Richtung Lachenköpfle. Die Wegfindung ist hier recht einfach und direkt am Kamm finden sich weiter oben auch Trittspuren.

Der Gipfelaufbau des Lachenköpfle wartet mit einer kurzen Klettereinlage im I-ten Schwierigkeitsgrad auf. Der interessante Gratverlauf bis hin zum Einstein lässt sich nun gut einsehen, weshalb der weitere Wegverlauf recht eindeutig ist. Hält man sich direkt am Grat folgen einige leichte Klettereinlagen, die Schlüsselstelle ist dabei ein gut 4-5 Meter hoher Aufschwung auf einen Felskamm, der gut 50-60 cm breit auf den Grat weiterführt. Eindrückliche Tiefblicke sind hier garantiert. Kurz danach gelangt man auf den markierten Nordanstieg des Einsteins, welcher wenig später auf den Normalanstieg von Süden trifft. Über diesen geht es nun gemütlich zum aussichtsreichen Gipfel des Einsteins.  Der Abstieg erfolgt auf dem bestens markierten Normalabstieg durch die Südflanke, um dann in der schönen Schäferhütte die Tour Revue passieren zu lassen.


Fazit:

Ein interessanter, wenn auch etwas anspruchsvollerer Anstieg auf den schönen Einstein. Sehr gute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Orientierungsvermögen und das Beherrschen des I-ten Klettergrades sind dabei Grundvoraussetzung. Wem dieser Anstieg zu anspruchsvoll ist, der kann auch über den Normalweg ohne größere Schwierigkeiten dem Einstein einen Besuch abstatten.


Tour-Map

 


Key Facts

Schwierigkeit: Aufstieg: Abstieg: Equipment: Jahreszeit:
Schwer 900 Hm 900 Hm feste Bergschuhe, Wanderstöcke April-November










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