Nanga Parbat erste Winterbesteigung geglückt

11. März 2016  Von Andreas Waldera


Nanga Parbat: Italiener Simone Moro schafft erste Winterbesteigung

Er ist mit 8126 Metern der neunthöchste Berg der Welt und markiert im Westhimalaya den einzigen 8000er Gipfel: Der berühmt-berüchtigte Nanga Parbat, auch bekannt als „Schicksalsberg der Deutschen“. Ein Berg, dessen Besteigung bereits vielen erfahrenen Alpinisten das Leben gekostet hat. Die beiden italienischen The North Face Alpinisten Tamara Lunger und Simone Moro starteten Ende 2015 mit der Winterbesteigung des Nanga Parbat, nach über 80 Tagen konnte der Gipfel von Moro bezwungen werden!

The North Face Alpinist Moro schreibt Bergsteiger-Geschichte

Zusammen mit dem Spanier Alex Txikon und dem Pakistaner Ali Sadpara gelang Simone Moro der Aufstieg über die Kinshofer Route zum Gipfel. Den drei Alpinisten ist somit die erste Winterbesteigung des Nanga Parbat geglückt – und damit auch ein Eintrag in die Geschichtsbücher. Nach bisher unbestätigten Meldungen musste die Italienierin Tamara Lunger kurz vor dem Gipfel den Aufstieg abbrechen. Für Simone Moro war es nach Shisha Pangma, Makalu und Gasherbrum bereits die vierte erfolgreiche Winterbesteigung eines 8000er Gipfels.

Tagestemperaturen am Nanga Parbat im Winter unter -40°C

Mensch und Material sind am Nanga Parbat unfassbaren klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Im Winter fallen die Tagestemperaturen unter -40° Celsius, dazu kann ein Wind mit über 50 km/h den Aufstieg zur Hölle machen. Erstmalig wurde der Berg im Jahr 1953 von Hermann Buhl bezwungen. Der Österreicher wählte damals die Route über die Rakhiot Flanke. Bereits im Jahr 2014 versuchte Simone Moro mit seinem Landsmann Emilio Previtali und dem Deutschen David Göttler die Winterbesteigung des auch als Diamir bekannten Berges. Schlechtes Wetter, Erkrankungen und Erschöpfung zwangen das Team auf einer Höhe von 7200 Metern allerdings zum vorzeitigen Abstieg.

Glückliches Ende eines unglaublichen Abenteuers

Der Nanga Parbat forderte in seiner Geschichte schon sehr viele Menschenleben, diesmal endete das Abenteuer glücklich. Die Statistik spricht leider eine traurige Wahrheit: Bei der Besteigung des Mount Everest ist das Todesrisko geringer als beim Nanga Parbat. Selbst die Normalrouten gelten durch Lawinenabgänge und Steinschläge als besonders tückisch.










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